Canterbury Cathedral

Pilgerrast auf einer verborgenen Lichtung

Pilgerrast auf einer verborgenen Lichtung

Die Strecke von Faversham nach Canterbury war für mich zwar eine der anstrengendsten, aber auch eine der schönsten. Die Aussicht war von Feldern und Wäldern geprägt statt von Häusern und Strommasten und eine ruhigere Nebenstrecke führte mich durch Boughton-under-Blean und Dunkirk, zwei gemütliche Ansammlungen alter Häuser entlang einer Dorfstraße. Um die Mittagszeit entdeckte ich einen dieser unscheinbaren Pfade, an denen man fast immer vorbeiläuft und die einen doch oft zu den gemütlichsten Plätzen führen. Auf einer Lichtung mit Wildblumen und ein paar jungen Bäumen ließ es sich hervorragend picknicken und ein wenig ausruhen.

Mahnmal fuer den Maertyrer St. Thomas Becket in der Kathedrale von Canterbury

An jenem Ort, an dem St. Thomas Becket von Canterbury ermordet wurde

Am frühen Nachmittag erreichte ich Canterbury, wo ich durch die idyllischen Westgate Gardens spazierte, bevor ich durch das Westtor in die Altstadt schritt. Durch eine winzige Gasse gelangt man urplötzlich an das „Christ Church Gate“, das imposant vor dem müden Pilger (und zahllosen Touristen) aufragt. Wenig später stand ich endlich an jener Stelle, an der einst vier Ritter König Heinrichs II. den Erzbischof von Canterbury in seiner Kathedrale erschlugen. Kurz nach seiner Ermordung 1170 wurde Thomas Becket heilig gesprochen und seit damals sind tausende Pilger zu seinem Schrein gezogen. Auch Geoffrey Chaucers literarische Pilger waren dorthin unterwegs und auch ich habe dort gestern meine eigentliche Pilgerfahrt beendet. Als ich durch einen Gang unter dem Chor hindurch ging, der eigens für die Pilger angelegt wurde, gelang es mir einen Augenblick lang, mich in das Mittelalter zu versetzen. Ich stellte mir vor, wie ich gemeinsam mit Chaucers Pilgern hier ankomme und wir andächtig und ehrfürchtig auf das Ziel unserer Reise zuschreiten.

Jetzt bleiben mir noch ein paar Tage, um mich mehr dem literarischen und touristischen Teil zu widmen. Canterbury Cathedral ist eine der größten Kirchen, die ich bisher betreten habe, und vor allem das Halbdunkel und die Stille in der Krypta beeindrucken mich. Der eigentliche Schrein von St. Thomas existiert übrigens nicht mehr, er fiel der Kirchenreform Heinrichs VIII. zum Opfer. Eine Kerze brennt an der Stelle, an der er einst stand. Unweit des ehemaligen Schreins ist Prinz Edward, genannt „The Black Prince“, begraben, der u.a. im Film „Ritter aus Leidenschaft“ auftaucht. Eine goldene Statue ziert sein Grab, darüber hängen Repliken der Gewänder, in denen er bestattet wurde.
Abgesehen von der Kathedrale habe ich noch nicht viel von Canterbury gesehen, das werde ich heute nachholen. Abends habe ich dann mit meiner Gastgeberin hier in Canterbury getroffen, die etwas außerhalb der Stadt in einer alten Kirche lebt. Eine wirklich hübsche Gegend. Wir waren noch in einem Pub zu Abend essen und ich denke, dass wir gut zurechtkommen werden.

Das Christ Church Gate der Kathedrale von Canterbury

Das Christ Church Gate der Kathedrale von Canterbury

Die suedliche Aussenfassade der kathedrale von Canterbury

Die Südseite der Kathedrale von Canterbury

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One Response to Canterbury Cathedral

  1. Mam says:

    Humpelnd am Ziel ! Gratuliere! Wenn du etwas willst, dann machst du es. Weiter so.
    Wir freuen uns auf weitere Storys und auf Dienstagabend.

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